Warum gibt es die Zeitumstellung – Spart man dadurch Energie?

Die Zeitumstellung wurde eingeführt, um Energie zu sparen. Was hat es mit der Zeitumstellung auf sich? Hilft die Zeitumstellung wirklich beim Energiesparen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.
Aktualisiert am: 29.05.2026
Seeszene am Arbeiterinnenstrandbad in Wien mit roten Liegestühlen auf grünem Gras, Bäumen auf der linken Seite und einem ruhigen See unter einem klaren blauen Himmel.

Welche Zeit mögen Sie lieber?

Wann stellen wir im Jahr 2026 die Uhren um?

  • Sonntag, 29. März 2026: Um eine Stunde vor, von 2 Uhr auf 3 Uhr
  • Sonntag, 25. Oktober 2026: Um eine Stunde zurück, von 3 Uhr auf 2 Uhr

Energiesparen durch die Zeitumstellung - Geht das?

Ein Vintage-Wecker, der 11:10 anzeigt, steht auf einem Holztisch mit unscharfem Hintergrund.

Die Idee dahinter: durch die Sommerzeit kann Energie gespart werden, weil das Tageslicht besser und länger genutzt werden kann. Das stimmt jedoch nicht ganz: Nur etwa 2 Prozent der Gesamtenergie werden im Haushalt für Licht aufgewendet. Als Gesamtenergie wir die gesamt benötigte Energie im Haushalt bezeichnet, also inklusive Warmwasser, Heizung und Strom.

Nicht nur der kleine Anteil, den der Lichtverbrauch im Gesamtenergieverbrauch ausmacht, ist ein Grund für die geringe Ersparnis, sondern auch das veränderte Energieverbrauchsverhalten der Menschen im Sommer, vor allem in Bezug auf die Unterhaltungselektronik.

Tatsächlich wird im Sommer an hellen Abenden weniger häufiger das Licht eingeschaltet. Im Frühjahr und Herbst hingegen wird dafür morgens mehr geheizt. Stellt man diese beiden Entwicklungen gegenüber, so heben sich die beiden Effekte gegenseitig auf.

  1. Sommerzeit

    Die Umstellung findet immer am letzten Sonntag im März statt, dabei werden die Uhren um eine Stunde vorgestellt.

    Wir müssen also eine Stunde früher aufstehen.

  2. Winterzeit

    Die Zeitumstellung findet immer am letzten Sonntag im Oktober statt und die Uhren werden um eine Stunde zurückgedreht.

    Im Winter können wir daher eine Stunde länger schlafen.

  3. Tipp

    Tipp: Wer sich die Kombination 2-3-2 merkt, stellt die Uhr zukünftig immer richtig um – von zwei auf drei, von drei auf zwei.

Seit wann gibt es die Zeitumstellung

Die Sommerzeit wurde erstmals am 30. April 1916 im damaligen Deutschen Reich und Österreich-Ungarn von Kaiser Franz Joseph eingeführt und in den darauffolgenden drei Jahren eingesetzt.

Ziel war es, das Tageslicht in der Rüstungsindustrie und der Landwirtschaft besser nutzen zu können und somit die Stromkosten für künstliche Beleuchtung zu reduzieren.

Der Krieg führte zu weiteren Energiesparmaßnahmen wie das Verwenden von max. 60 Watt Lampen oder ein Heizverbot vor dem 15. Oktober. Nach Kriegsende wurde die Zeitumstellung wieder ausgesetzt. Im zweiten Weltkrieg kam die Zeitumstellung wieder zum Einsatz.

Ölkrise und dauerhafte Zeitumstellung

Zwischen 1950 und 1979 gab es keine Zeitumstellung. Die Ölkrise in den 1970er Jahren führte in Europa zu sehr hohen Energiepreisen, einem steigenden Energieverbrauch und schließlich zu einer Rezession.

Daraufhin führte Frankreich im Jahr 1976 als erstes Land wieder die Sommerzeit ein. Durch die Zeitumstellung erhoffte man sich eine bessere Nutzung des Tageslichtes und somit einer Reduzierung der Stromkosten sowie eine Einsparung von Rohstoffen.

In Österreich wurde die Sommerzeit 1979 eingeführt, die Schweiz und Deutschland folgten im Jahr 1980. Seither stellen wir zweimal pro Jahr unsere Uhren um.

Die Nutzung eines einheitlichen Zeitsystems war auch notwendig, um die Eisenbahnlinien besser koordinieren zu können. So wurden die unterschiedlichen Regelungen zur Sommerzeit im Jahr 1996 von der EU vereinheitlicht. Seither stellen wir in der gesamten EU (außer in Island) am gleichen Tag die Uhr um.

Einfluss der Zeitumstellung auf das Wohlbefinden

Die Sommerzeit nutzt das Tageslicht besser aus, was sich positiv auf Stimmung, Konzentration und Motivation auswirken kann. Gleichzeitig greift die Zeitumstellung jedoch in unseren natürlichen Schlaf‑Wach‑Rhythmus ein, da sich die innere Uhr am Licht und nicht an der Uhrzeit orientiert – viele Menschen reagieren darauf kurzfristig mit Müdigkeit, schlechterem Schlaf oder geringerer Konzentration, bis sich der Körper wieder angepasst hat.

Ursprünglich wurde die Zeitumstellung eingeführt, um Energie zu sparen, doch heute ist dieser Effekt kaum messbar: Zwar wird abends etwas weniger beleuchtet, dafür wird an dunklen Morgen mehr geheizt und Strom verbraucht, sodass sich die Einsparungen insgesamt weitgehend ausgleichen.

Wiener Linien: Umstellung tausender Uhren

Bei den Wiener Linien werden mehr als 4.500 Uhren umgestellt. 4.000 Fahrscheinentwerter und 900 Fahrscheinautomaten machen das automatisch - gesteuert über die Zentrale in Erdberg. Da die U-Bahnen am Wochenende auch nachts fahren, werden Dienst- und Fahrpläne schon vorab angepasst.

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